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Das Stromnetz der ENWG

... wird aus den Blockheizkraftwerken der Stadtwerke Weimar und aus dem Netz der TEN Thüringer Energienetze GmbH gespeist. Letzteres geschieht mittels einer Überlandleitung. Die Leitung ist z.B. im Bereich der Autobahn/ Erfurter Str. zu sehen und hat eine Spannung von 110 kV (= 110 000 Volt).

Eine hohe Spannung hat den Vorteil, dass viel Leistung übertragen werden kann, allerdings den Nachteil, dass sie viel Bauraum benötigt. Außerdem wirken die Freileitungen in der Landschaft optisch störend.

Das letzte Stück der Leitung verläuft in der Nordstraße bis in das Umspannwerk als Erdkabel.

Elektroenergie wird in Kraftwerken erzeugt.

Eigentlich wird sie nicht „erzeugt”, sondern die in Kohle, Atom, Wasser, Wind und Sonne enthaltene Energie wird in Elektroenergie umgewandelt. Der größte Teil der Elektroenergie wird in Deutschland aus Steinkohle gewonnen, ca. 30 % aus Kernkraft. Wasser, Sonne und Wind spielen mit 10 % noch eine untergeordnete Rolle, sind aber stark im Kommen.

Weimar wird aus 2 Umspannwerken versorgt.

Das UW-Weimar-Nord befindet sich in der Nordstraße, das UW-Weimar-Süd in Oberweimar in der Bahnhofstraße.

In jedem Umspannwerk stehen 2 Großtransformatoren. Diese haben die Aufgabe, die Hochspannung 110 kV umzuwandeln in Mittelspannung 10 kV. Kabel mit dieser Spannung sind leichter zu handhaben. Die Kabel überziehen die Stadt wie ein Spinnennetz. Die Gesamtlänge beträgt etwa 550 km.

In der Stadt sind daran 240 Trafostationen angeschlossen.

Etwa 80 % der Trafostationen wurden nach 1990 neu gebaut oder grundhaft saniert. Darauf sind wir stolz. Zur optischen Verschönerung haben wir an viele Stationen Grünpflanzen gesetzt. Jede Trafostation versorgt ein Stadtviertel oder einen Betrieb. Dies geschieht, indem in der Trafostation ein Transformator die 10 kV in 230 / 400 V umwandelt.

In den Gehwegen sind Kabel dieser Spannung verlegt, man nennt sie Niederspannungskabel.

Kabelverteilerschränke

Kabelverteilerschränke stehen meist an Kreuzungen und verbinden die NSp- Kabel aus verschiedenen Richtungen miteinander. KV werden häufig besprüht und plakatiert. Viele haben wir bereits mit einer entsprechenden Schutzschicht versehen.

Hausanschluss

Unter „Hausanschluss” versteht man das Kabelstück vom Hauptkabel, welches meist im Gehweg liegt, bis ins Haus. Über das Hausanschlusskabel fließt also nur der Strom, der in dem Gebäude benötigt wird. An ein Hauptkabel können viele HA angeschlossen sein. Größere Verbraucher, z. B. mittlere Betriebe und Kaufhallen werden mit einem Sonderkabel direkt an die nächst liegende Trafostation angeschlossen. Dann ist dieses Sonderkabel der Hausanschluss.

Im Gebäude wird das HA-Kabel auf einen HA-Kasten geklemmt. Dieser HA-Kasten ist die Übergabestelle zum Anschlussnehmer. Für die weitere Anlage im Haus ist der Eigentümer verantwortlich. Für Arbeiten an der Anlage muss er eine Elektrofirma beauftragen.

Selber basteln ist lebensgefährlich und deshalb streng verboten.

Zähler

Vom Netzbetreiber wird auf Anforderung der Kunden ein Stromzähler gesetzt. Stromzähler messen die verbrauchte Energie. Die Zähler sind vom Staatlichen Eichamt beglaubigt- sie gehen also sehr genau. Um Stromdiebstahl zu unterbinden, werden die Zähler verplombt.

Die verbrauchte Energie wird in Kilowattstunden angegeben. Das ist das Produkt aus Leistung und Zeit. Beispiel: Ein Gerät mit einer Leistung 2 kW (Kilowatt) wird eine Stunde eingeschaltet. Dann zeigt der Zähler einen Verbrauch von 2 kWh (Kilowattstunde) an.

Hat ein Kunde Zweifel, ob sein Zähler richtig geht, dann kann er uns beauftragen, den Zähler zu wechseln. Der Zähler wird im Eichamt geprüft. Wenn der Zähler die zulässigen Toleranzgrenzen überschreitet, werden die Kosten der Überprüfung von der ENWG getragen.

Spannung

Die Spannung 230 Volt kann man im Haushalt - an der Steckdose, Lampe usw.- messen. Umgangsprachlich sagt man zu diesem Wechselstrom auch Lichtstrom. Man nutzt 1 Phase und den Nullleiter.

Mehr Leistung kann man über die gleiche Leitung übertragen, wenn man alle drei Phasen nutzt, nämlich 3x so viel. Nun ist verständlich, warum man für Drehstrom auch Kraftstrom sagt. Man schließt daran größere Motore, Aufzüge, Maschinen und Elektroherde an. Zur Zählung ist ein Drehstromzähler erforderlich. Beim Kauf einer neuen Küche mit E-Herd muss man also auch an die Elektroanlage denken.

Die Spannung beim Kunden ist immer etwas niedriger als in der Trafostation.

Ganz besonders ist dies in den Spitzenzeiten zu bemerken. Durch die hohe Abnahme entstehen höhere Verluste, die Spannung wird schlechter. Die Spannung ändert sich tagsüber also ständig.

Sie darf festgelegte Werte nicht über- oder unterschreiten. Durch Regelung im Umspannwerk halten wir die zulässigen Toleranzen ein, denn sonst gibt es bei unseren Kunden Probleme mit der Funktion empfindlicher Geräte. Die Anzeige der Stromzähler wird durch die Spannungsschwankungen nicht beeinträchtigt.